
Chefarzt Prof. Tobias Schmidt-Wilcke (l.) und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich. - Foto: Bezirk Niederbayern, Manuela Lang
Mainkofen - pm (13.02.2026) Seit einigen Monaten ist in Deutschland eine spezielle Therapie gegen Alzheimer zugelassen, bei der Antikörper dazu beitragen, dass sogenannte Amyloid-Ablagerungen im Gehirn mobilisiert werden können. Die neurologische Abteilung am Bezirksklinikum Mainkofen will diese Therapie im Laufe des Jahres anbieten.
Derzeit laufen noch verschiedene Abstimmungen, wie Chefarzt Prof. Tobias Schmidt-Wilcke beim Jahresgespräch mit Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich erklärte. Die Therapie führt zu keiner Heilung der Krankheit, kann aber ihr Fortschreiten abmildern, weshalb sie vor allem in einem frühen Stadium eingesetzt wird.
Gut aufgestellt ist man in Mainkofen auch im Bereich der Immunabsorption, bei der man mit den drittmeisten Behandlungen eins der großen Zentren in Deutschland ist. Für die Weaning-Therapie, bei der Patienten von der Beatmung entwöhnt werden, wurde man in 2025 rezertifiziert und will in 2026 die Behandlungszahlen steigern, wie Schmidt-Wilcke aufführte.
Ursprünglich war der Chefarzt an der Uni Düsseldorf habilitiert und lehrte dort als außerplanmäßiger Professor. Nun hat er an die Uni Regensburg gewechselt, um hier Medizinstudenten unterrichten zu können. „Das ist gerade mit Blick auf den Medizin-Campus Niederbayern sehr wertvoll“, hob Bezirkstagspräsident Heinrich hervor.
Auch in Sachen Digitalisierung geht es in Mainkofen voran. Die elektronische Patientenakte wurde sowohl für Normal- als auch die Intensivstationen eingeführt. Ebenfalls wird derzeit das Programm ICU-Manager für die Intensiv- und Weaningstation implementiert, mit dem Untersuchungsdaten beispielsweise Beatmungsparameter, die Sauerstoffsättigung und das EKG sofort in die Patientenkurve integriert werden können. Dies erleichtert die Dokumentation deutlich und ermöglicht mehr Zeit für und mit den Patienten.
Nachdem man für die Behandlung von Schlaganfällen (Stroke Unit) in 2025 neu zertifiziert wurde, blickt man im Rahmen der Krankenhausreform, bei der kleine Behandlungszentren wegfallen sollen, mit gemischten Gefühlen in die Zukunft. Zumal ein Teil der Patienten, die zunächst mit Verdacht auf Schlaganfall ins Haus kommen, mit einem anderweitigen neurologischen Problem im Bezirksklinikum weiter behandelt werden.
Olaf Heinrich bedankte sich bei Tobias Schmidt-Wilcke für den Einsatz und die strategischen Überlegungen auch in Richtung neuer Behandlungsangebote, die weiter zu dem hohen Niveau der medizinischen Versorgung am Bezirksklinikum Mainkofen beitragen.

