
v. l.: Die Klinik Vilsbiburg mit Dipl. Med. Udo Trautmann, Dr. Raimund Busley, Sonja Danner, und Claudia Gruber ist bestens auf den Startschuss des Projektes TeleNeonatologie vorbereitet. - Foto: Michael Seidl
Vilsbiburg - pm (07.2026) Zwei von eintausend Kindern erleiden im Laufe der Geburt eine moderate bis schwere Gehirnschädigung aufgrund eines Sauerstoffmangels. In entsprechenden Fällen entscheiden die ersten Minuten über die Folgen für das spätere Leben, doch ziehen die großen Entfernungen im Flächenland Bayern für Geburtskliniken ohne kinderärztliche Anbindung häufig lange Anfahrtszeiten für den Neugeborenen-Notarzt-Dienst nach sich.
Zur Verbesserung der Versorgung jener akut bedrohten Neugeborenen wurde deshalb das Projekt „TeleNeonatologie Bayern“ initiiert, an welchem als einer der ersten 16 Standorte bayernweit auch die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe der LA-Regio Klinik Vilsbiburg teilnimmt.
Das Projekt implementiert telemedizinische Unterstützung durch spezialisierte Neugeborenen-Intensivmediziner mittels des Tele-Neugeborenen-Notarzt-Dienstes (Tele-NNAD) und beugt unnötigen Verlegungen und damit Eltern-Kind-Trennungen vor. Unter zentraler Projektkoordination in Passau werden so innerhalb von zwei Jahren bayernweite Strukturen zur optimalen Versorgung kritisch kranker Kinder geschaffen und vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention, sowie dem Sternstunden e.V. – wir helfen Kindern – gemeinschaftlich gefördert.
Zur Vorbereitung und Umsetzung des Konzeptes an der Klinik Vilsbiburg zogen die Verantwortlichen die umfassende Expertise der Kinderklinik St. Marien um deren Ärztlichen Direktor Karl Florian Schettler heran. Die Kinderklinik St. Marien mit dem Perinatalzentrum Level I agiert hier, wie es sich vorangehend bereits bewährt hat, als Versorgungszentrum für die Region und darüber hinaus. Innerhalb des neonatologischen Zentrumsverbundes werden mehrere Geburtskliniken betreut, die Kinderklinik wird künftig für an das Projekt angeschlossene Häuser die entsprechende Telemedizinische Expertise bereitstellen. Diese enge Verzahnung der Standorte der LA-Regio Kliniken wird ergänzt durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin. Die Klinik Vilsbiburg gehört dabei zu den 16 ersten Geburtshilfen bayernweit, die den sofortigen Zuschlag für die Teilnahme am Projekt „TeleNeonatologie Bayern“ erhielten. „Die Umsetzung in Vilsbiburg bedeutet nicht nur zusätzliche Sicherheit für werdende Eltern und deren Kinder, sondern auch eine allgemeine Aufwertung des ganzheitlich aufgesetzten geburtshilflichen Versorgungsspektrums, das fortan von der TeleNeonatologie bis zum Hebammenkreißsaal reicht“, erläutert Dipl. Med. Udo Trautmann, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Klinik Vilsbiburg.
Um jenem Versorgungsspektrum weiter gerecht zu werden und die angestrebte eins-zu-eins-Betreuung in der Geburtshilfe erreichen zu können, stockte die Frauenklinik Vilsbiburg ihr Personal unter anderem im Bereich der Hebammen weiter auf. Nachdem die benötigte Kamera- und Monitoring-Ausstattung in den letzten Wochen installiert und geprüft wurde, konnte bereits mit den erforderlichen Anwenderschulungen begonnen werden. Ende Mai wird die LA-Regio-Klinik Vilsbiburg dann offiziell an das TeleNeonatologie-Netzwerk angeschlossen.
„Der Standort Vilsbiburg und dessen Patienten profitieren so künftig auf allen Ebenen von der enormen Expertise der Virtuellen Kinderklinik Bayern. Das Projekt beweist zudem das positive und unkomplizierte Zusammenwirken der LA-Regio Kliniken, die Kinderklinik St. Marien und die Klinik Vilsbiburg arbeiten in der Region Landshut somit Hand in Hand für einen sicheren Start ins Leben“, betonen Dr. Raimund Busley, Ärztlicher Direktor der Klinik Vilsbiburg, und Karl Florian Schettler, Ärztlicher Direktor der Kinderklinik St. Marien, einhellig das Zusammengehörigkeitsgefühl der Standorte und den Mehrwert für die regionale Versorgung.
Die Geburtshilfen der LA-Regio Kliniken werden durch die Regierung von Oberfranken mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention gefördert.

