
Angebote von Mephisto (gespielt von Hannes Kainz, 2. v. l.) sind mit Vorsicht zu genießen. Das müssen Faust (Kolja Heiß, 1. v. l.) und Gretchen (Sequoia Kroll 3. v. l.) auf die harte Tour lernen. Die ominösen Theaterdirektoren verfolgen bei alldem ihre eigene Agenda (Stephan Leitmeier, 4. v. l. und Eva Gottschaller 5. v. l.). - Fotos: Harry Zdera
Niederbayern - pm (28.05.2026) KULTURmobil, das reisende Sommertheater des Bezirks, ist bald wieder in Niederbayern unterwegs. Die 29. Tournee des mobilen Theaters beginnt am 6. Juni 2026 mit der Premiere in Vilshofen. Bei gutem Wetter finden die Aufführungen nahe der Abtei Schweiklberg statt. Bei schlechtem Wetter wird in die örtliche Feuerwehrhalle (Wittelsbacherring 8) ausgewichen. Das professionelle Schauspielensemble bietet auch dieses Jahr wieder zwei Produktionen bei freiem Eintritt dar.
Beim Abendprogramm kommt ab 20 Uhr mit „Faust 1 + 2 + 3“ von Felix Krakau einer der bekanntesten Theaterstoffe überhaupt auf die Bühne. In einer Mischung aus klassischem Drama, Theatershow und spielerisch-bissiger Komödie wird Goethes Stoff frei und mit Blick auf die Gegenwart interpretiert. Dabei werden die großen Themen des Originals aufgegriffen und zugleich vieles, was aus heutiger Sicht nicht mehr zeitgemäß und fragwürdig ist, ironisch hinterfragt. Die Ausgangslage ist, dass Faust eine ausgewachsene Sinnkrise plagt. Er will mehr vom Leben. Auf der Suche danach schließt er einen fatalen Pakt mit Mephisto, dem Teufel. Jetzt scheint alles möglich zu sein – doch zu welchem Preis? Das interessiert ihn erst einmal nicht weiter. Zusammen stürzen die beiden los in die Welt hinaus, um den ultimativen Kick zu suchen. Höher, schneller, weiter! Gier, Unersättlichkeit und grenzenloser Egoismus befeuern diesen furiosen Trip zwischen Himmel und Hölle. Ohne Rücksicht auf Verluste reißt Faust dabei auch seine große Liebe Gretchen mit in seinen unheilvollen Sog. Ob das alles im dritten Teil noch ein gutes Ende finden kann, bleibt fraglich – scheint es doch nicht ganz klar zu sein, wie diese Geschichte überhaupt weitererzählt werden kann. Doch „the show must go on …“.

Wohin führt die Reise für Ente (Tekla Farkas, 1. v. l.) und Huhn (Lily Schuster, 2. v. l.)?
Bereits um 17 Uhr wird für Kinder ab fünf Jahren „Lahme Ente, blindes Huhn“ aufgeführt. Das Stück von Ulrich Hub handelt von einer Ente, die zurückgezogen von der Welt in einem Hinterhof lebt, bis eines Tages ein Huhn in die Abgeschiedenheit hineinstolpert. Das impulsive blinde Huhn ist auf dem Weg zu dem Ort, an dem sein größter Wunsch in Erfüllung geht. Da es keinen Blindenhund hat, fordert es die Ente auf, es zu begleiten. Obwohl die Ente große Angst vor der Welt da draußen hat, erklärt sie sich bereit, das blinde Huhn zu führen. Auf ihrer gemeinsamen Reise warten einige Herausforderungen auf die beiden ungleichen Gefährten. Und vieles ist anders, als es zu sein scheint … Das witzig-poetische Familienstück handelt von der Kraft der Freundschaft und den Möglichkeiten, die sich durch Fantasie und Mut eröffnen.
Nach der Premiere ist das diesjährige Programm noch bis zum 30. August in allen Landkreisen Niederbayerns zu sehen. Der Spielplan mit den insgesamt 30 Gastspielorten und viele weitere Informationen sind unter www.kulturmobil.de zu finden.

