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Waldumbau kann die Klimakrise nicht wegpflanzen

Mia GollerMdl Mia Goller zum Waldzustandsbericht: „Stabilisierung auf krankem Niveau ist keine Entwarnung“ - Foto: Josepha+Markus

Bayern - pm (20.05.2026) Zum jetzt vorgestellten Waldzustandsbericht von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer fordert die niederbayerische Landtagsabgeordnete Mia Goller, Sprecherin für Landwirtschaft und Wald der Grünen-Fraktion im Bayerischen Landtag, deutlich mehr Konsequenz beim Klima- und Waldschutz. Der Bericht zeige, dass sich der Zustand der deutschen Wälder im Vergleich zum Vorjahr insgesamt kaum verbessert habe.

Weiterhin sei nur jeder fünfte Baum ohne Kronenverlichtung, der Vitalitätszustand vor den Dürrejahren 2018 bis 2020 sei nicht wieder erreicht worden.

„Wenn der Bundeslandwirtschaftsminister von Stabilisierung spricht, dann muss man dazusagen: Das ist eine Stabilisierung auf einem dramatisch schlechten Niveau“, erklärt Goller. Der Wald sei weiter massiv unter Druck. Besonders deutlich werde das bei der Kiefer: Hier stieg der Anteil deutlicher Kronenverlichtung von 24 auf 31 Prozent. Bei der Eiche bleibt dieser Anteil mit 51 Prozent unverändert hoch. Auch wenn sich einzelne Werte bei Fichte und Buche verbessert hätten, könne von einer echten Entwarnung keine Rede sein.

Rainer habe recht, wenn er darauf verweise, dass sich die Wälder von den Dürrejahren 2018 bis 2020 nicht erholt hätten, so Goller. „Aber dann muss der Minister auch bereit sein, einen Schritt weiter zu denken: Warum erleben wir solche Dürrejahre immer häufiger? Warum geraten unsere Wälder durch Hitze und Trockenheit immer stärker unter Stress? Und warum handelt die Bundesregierung beim Klimaschutz nicht endlich entsprechend?“

Goller kritisiert, dass Waldschutz und Klimaschutz politisch zu oft getrennt behandelt würden. „Natürlich brauchen wir Waldumbau, klimaresiliente Mischwälder, gute Beratung und verlässliche Unterstützung für Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer. Aber Waldumbau allein kann die Klimakrise nicht wegpflanzen.“ Wenn gleichzeitig wirksame Klimaschutzmaßnahmen bei Energie, Verkehr und Wärme ausgebremst oder als wirtschaftsfeindlich dargestellt würden, müsse der Wald die Folgen politischer Versäumnisse mittragen.

Der Verweis auf den Wald als Generationenprojekt sei richtig, dürfe aber nicht zur Floskel werden. „Wer heute davon spricht, dass die Bäume von heute den Kindern und Enkeln zugutekommen, muss auch dafür sorgen, dass diese Bäume in 30, 50 oder 80 Jahren noch eine Chance haben“, betont Goller. Das gelinge nur, wenn die Bundesregierung Umwelt- und Klimaschutz ernst nehme und nicht immer wieder den Interessen fossiler Geschäftsmodelle unterordne.

Die grüne Waldsprecherin fordert Bundesminister Rainer deshalb auf, sich in der Bundesregierung deutlich stärker für konsequenten Klimaschutz einzusetzen. „Der Waldzustandsbericht ist nicht nur eine forstliche Bestandsaufnahme, sondern eine politische Warnung. Jahr für Jahr werden die Schäden beschrieben, Jahr für Jahr folgen Appelle – aber an den Ursachen ändert sich zu wenig.“

Die Wälder seien längst ein sichtbarer Seismograf der Klimakrise. „Wer ihren Zustand wirklich verbessern will, darf nicht nur über Aufforstung, Pflege und Nutzung sprechen. Er muss auch die Erderhitzung bekämpfen. Alles andere bleibt Reparaturbetrieb“, so Goller.

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