Bayern - pm (17.02.2026) Der Grünen-Landtagsabgeordnete Toni Schuberl kritisiert die Staatsregierung wegen der minimalen Fortschritte beim Fortbildungs- und Tagungszentrum der Bayerischen Polizei in Freyung. Eine aktuelle Anfrage bestätigt: Bisher finden lediglich eintägige Veranstaltungen statt, seit der "Inbetriebnahme" rund 100 Termine mit insgesamt etwa 2.000 Teilnehmenden – weit entfernt von den angekündigten 80 Stellen und den jährlich 4.000 Kursbesucher*innen.
Trotz eines vom Innenministerium selbst geschätzten Gesamtbedarfs von über 210 Millionen Euro plant die Staatsregierung im Haushalt 2026/2027 lediglich 500.000 Euro für das Projekt ein. Der Freyunger Stadtrat hatte hingegen mindestens 3,5 Millionen Euro für 2026 gefordert.
Schuberl sieht darin politisches Kalkül: „Ich befürchte, dass Ministerpräsident Söder das Projekt bewusst auf die lange Bank schiebt, um seinen Haushalt schöner aussehen zu lassen. Dank Sondervermögen stehen enorme Mittel bereit – aber ausgerechnet bei Freyung wird wieder gespart.“
Aus der Antwort von Innenminister Joachim Herrmann geht außerdem hervor, dass selbst für den geplanten Interimsbetrieb zusätzliche Anforderungen im Brandschutz erhebliche Mehrkosten verursachen werden. Konkrete Planungen dazu stehen jedoch noch aus.
„Das Innenministerium weiß, dass der Ausbau teurer wird – doch statt zu handeln, versteckt man sich hinter ungeklärten Kostenberechnungen“, kritisiert Schuberl. „Sie haben kein Konzept, sie haben keinen echten Haushaltsposten und wir haben wieder keine Sicherheit für Freyung.“
Der Abgeordnete sieht Parallelen zu früheren Versprechen der Staatsregierung, die in Freyung nie umgesetzt wurden: „Wir dürfen kein zweites Verwaltungsgericht erleben. Auch dort wurden große Ankündigungen gemacht, aber kaum etwas eingehalten. Viel versprechen und wenig liefern – das mag Söders Markenzeichen sein, aber in Freyung darf er damit nicht länger durchkommen.“

