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Demokratie ist weiblich und fordert Kampf gegen Femizide

SPD Bezirkskonferenz

v. l.: Katja Reitmaier, Gudrun Peters, Ulrike Sommer-Boot, Gerlinde Rein, Inge Slowik, Erika Graml, und Anja König

Niederbayern – pm (09.06.2026) Mit einem deutlichen Signal für Gleichstellung, Demokratie und den Schutz von Frauen haben die SPD Frauen Niederbayern bei ihrer Bezirkskonferenz in Plattling ihre politische Arbeit für die kommenden Jahre ausgerichtet. Neben den turnusgemäßen Neuwahlen der Vorstandschaft standen aktuelle frauenpolitische Herausforderungen sowie die Verabschiedung eines umfassenden Antrags gegen Femizide und geschlechtsspezifische Gewalt im Mittelpunkt.

Die bisherige Bezirksvorsitzende Katja Reitmaier aus Passau wurde von den Mitgliedern einstimmig in ihrem Amt bestätigt. Neu gewählt wurden die beiden stellvertretenden Vorsitzenden Inge Slowik aus dem Landkreis Deggendorf und Anja König aus Landshut. Als Beisitzerinnen gehören künftig Hannah Mezöföldi (Passau), Ruth Müller MdL (Landkreis Landshut), Gerlinde Rein (Landkreis Regen), Ulrike Sommer-Boot (Landkreis Deggendorf), Gudrun Peters (Landkreis Freyung), Beate Straßer (Landkreis Deggendorf) und Erika Graml (Landkreis Passau) dem Bezirksvorstand an.

In ihrem politischen Bericht machte Reitmaier deutlich, dass die Gleichstellung von Frauen auch im Jahr 2026 noch lange nicht erreicht sei. Die gesellschaftlichen Entwicklungen der vergangenen Jahre seien vielmehr ein Weckruf für alle Demokratinnen und Demokraten.

„Wer glaubt, Frauenrechte seien selbstverständlich, irrt gewaltig. Wir erleben aktuell, wie antifeministische Strömungen, Hass und Gewalt gegen Frauen wieder zunehmen. Deshalb müssen wir laut, sichtbar und unbequem bleiben“, erklärte Reitmaier unter dem Beifall der Anwesenden.

Im Mittelpunkt der politischen Aussprache standen Themen wie Gewalt gegen Frauen, Frauen in der Kommunalpolitik, Care-Arbeit, Altersarmut, Gleichstellung im ländlichen Raum, Künstliche Intelligenz, Wohnen sowie die Vereinbarkeit von Familie, Beruf, Pflege und Ehrenamt. Besonders intensiv diskutierten die Teilnehmerinnen die Frage, wie mehr Frauen für politische Mandate gewonnen werden können und welche strukturellen Hürden ihnen dabei noch immer im Weg stehen. Grundlage der Diskussion war ein umfassendes frauenpolitisches Themenpapier der Bezirksvorsitzenden.

Einen zusätzlichen Schwerpunkt setzte Anja König mit dem Thema Frauengesundheit. Sie machte auf das sogenannte „Gender Health Gap“ aufmerksam und forderte eine stärkere Berücksichtigung weiblicher Lebensrealitäten in Medizin und Forschung.

„Es kann nicht sein, dass der männliche Körper noch immer als medizinischer Standard gilt. Frauen leiden oftmals jahrelang unter Erkrankungen, die zu wenig erforscht sind oder zu spät erkannt werden. Frauengesundheit muss endlich stärker in den Fokus der Politik rücken“, betonte König. Das Thema soll künftig gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten im Gesundheitswesen (ASG) Niederbayern in einer eigenen Veranstaltung aufgegriffen werden.

Einstimmig verabschiedeten die Anwesenden zudem einen umfangreichen Antrag der Vorsitzenden Katja Reitmaier zur Bekämpfung von Femiziden und geschlechtsspezifischer Gewalt. Darin fordern die SPD Frauen unter anderem einen bayerischen Landesaktionsplan gegen Femizide, den Ausbau von Frauenhäusern und Beratungsstellen, verbindliche Gewaltprävention in Schulen sowie konsequente Maßnahmen gegen digitale Gewalt. Der Antrag macht deutlich, dass Gewalt gegen Frauen kein individuelles Schicksal, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit ist.

„Jede Frau muss das Recht haben, ohne Angst zu leben. Der Schutz von Frauen vor Gewalt ist keine Randfrage, sondern eine Frage der Menschenwürde und der Demokratie. Wer Frauen schützt, schützt unsere Demokratie“, erklärte Slowik.

Auch die Rolle der SPD Frauen innerhalb der Partei wurde hervorgehoben. Trotz der intensiven Wahlkämpfe der vergangenen Jahre hätten sich zahlreiche Frauen als Kandidatinnen und Wahlkämpferinnen eingebracht und für mehr Parität und Sichtbarkeit von Frauen in politischen Ämtern eingesetzt.

Anja König unterstrich die Bedeutung einer starken Frauenorganisation innerhalb der Sozialdemokratie: „Frauenrechte waren noch nie ein Geschenk. Sie wurden immer erkämpft. Deshalb brauchen wir starke Frauen in den Parlamenten, in den Räten, in den Vorständen und in den Gewerkschaften. Demokratie ist weiblich – und sie braucht Frauen, die Verantwortung übernehmen.“

Zum Abschluss der Konferenz blickte Katja Reitmaier bereits auf die kommenden Jahre. Neben dem weiteren Kampf für Gleichstellung und soziale Gerechtigkeit sollen insbesondere die Kommunalpolitik, die Vorbereitung der Landtags- und Bezirkswahlen 2028 sowie der Schutz von Frauen vor Gewalt zentrale Arbeitsschwerpunkte der SPD Frauen Niederbayern bleiben. Der neue Vorstand erhielt dafür von den Mitgliedern ein geschlossenes und einstimmiges Vertrauensvotum.

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