Niederbayern - pm (15.10.2026) Das Polizeipräsidium Niederbayern führte am 13. und 14. Oktober eine zweitägige Fortbildungsveranstaltung für Einsatzkräfte zum Thema „Ladungssicherung“ durch. Neben theoretischen Grundlagen stand insbesondere die praktische Anwendung des neu erworbenen Wissens bei Verkehrskontrollen im Mittelpunkt.
Theorie und Praxis am ersten Fortbildungstag
Am ersten Tag standen die theoretischen Grundlagen sowie praktische Übungen im Mittelpunkt. Ausgewiesene Fachleute vermittelten den insgesamt 36 Teilnehmerinnen und Teilnehmern wesentliche Kenntnisse zu den rechtlichen Grundlagen, Verantwortlichkeiten und wichtigen Aspekten der Anzeigenerstattung im Bereich der Ladungssicherung.
Die theoretischen Inhalte wurden durch praktische Übungen veranschaulicht und anhand konkreter Beispiele vertieft. Abgerundet wurde der erste Fortbildungstag durch Versuchsfahrten mit einem Lkw unter realen Bedingungen. Dabei konnten die Auswirkungen einer ordnungsgemäßen beziehungsweise mangelhaften Ladungssicherung anschaulich dargestellt werden.
Verstoß Ladungssicherung - Fotos: Polizei
Kontrollen auf der A3 und A92 am zweiten Fortbildungstag
Am zweiten Tag konnten die Teilnehmer ihr Wissen unmittelbar in der polizeilichen Praxis anwenden. Hierzu errichteten die Verkehrspolizeiinspektionen Landshut, Passau und Deggendorf drei Kontrollstellen auf den Autobahnen A3 und A92. Unter Anleitung erfahrener Kolleginnen und Kollegen wurden dort entsprechende Verkehrskontrollen durchgeführt und insbesondere die Ladungssicherung überprüft.
Von insgesamt 110 kontrollierten Fahrzeugen wurden bei 42 Fahrzeugen Mängel bei der Ladungssicherung festgestellt. Neben 23 Ordnungswidrigkeitenanzeigen musste bei neun Fahrzeugen aufgrund gravierender Mängel die Weiterfahrt unterbunden werden.
Unter anderem zwei Fälle an den Kontrollstellen veranschaulichen besonders die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Ladungssicherung: Ein Lkw, welcher durch die Verkehrspolizeiinspektion Passau kontrolliert wurde, hatte rund 20 Tonnen Stahlträger geladen, die weder nach vorne noch zu den Seiten ausreichend gesichert waren. Auch Antirutschmatten fehlten. Eine Nachsicherung an der Kontrollstelle war aufgrund fehlender Spanngurte und Zurrösen nicht möglich. Die Ladung musste deshalb zu einer Spedition gebracht werden, um dort umgeladen und ordnungsgemäß gesichert zu werden.
Bei einem weiteren Lkw waren Kartoffeln in Bigbags auf Paletten verladen. Dabei bestanden zu allen Seiten Ladelücken, sodass ein Formschluss nicht gegeben war. Die über die einzelnen Reihen gelegten Spanngurte waren weder eingehängt noch gespannt und hatten somit keinerlei Sicherungswirkung. Erst durch die Bereitstellung eines zweiten Lkw mit Leerpaletten durch die Spedition konnte die Ladung mit erheblichem Aufwand und geeigneten Maßnahmen noch vor Ort nachgesichert werden.
Ladungssicherung als wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit
Unsachgemäß gesicherte Ladung kann erhebliche Kräfte entwickeln und dadurch andere Verkehrsteilnehmer sowie die Fahrzeugführer selbst gefährden. Eine ordnungsgemäße Ladungssicherung ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der polizeilichen Verkehrssicherheitsarbeit.
Das Polizeipräsidium Niederbayern wird auch künftig ein besonderes Augenmerk auf die Einhaltung der Vorschriften zur Ladungssicherung legen. Regelmäßige Kontrollen und entsprechende Fortbildungsangebote tragen dazu bei, das Fachwissen kontinuierlich weiterzuentwickeln und die Verkehrssicherheit auf Niederbayerns Straßen zu erhöhen.

