
Die Ausstellung im Künstlerhaus Ganslberg zeigt original Arbeiten von Fritz Koenigs Studierenden. - Foto: W. Götz
Altdorf – gw/pm (02.07.2026) Das Künstlerhaus Ganslberg verabschiedet die Ausstellung mit einem dichten Finalwochenende – Workshops, Architekturführung und Konzert am 4. und 5. Juli. Bei der Vernissage am Freitag, 19. Juni, gab es schon wohlwollende Worte zu dem Projekt, das Fritz Koenig aus einer neuen Perspektive beleuchtet und seine Tätigkeit als Lehrer und Professort an der Rechnischen Universität München in den Vordergrund stellt.
Landshut Bürgermeisterin Patricia Steinberger und Altdorfs Bürgermeister Sebastian Stanglmaier zeigten sich hoch erfreut, dass Fritz Koenig und sein Schaffen in seinem Wohn- und Arbeitsort am Ganslberg wieder in das kulturee Leben eingebunden wird. So soll Koenigs Ganslberg weiterhin ein Anlaufort für Kunstschaffende und Kunstinterressierte sein und bleiben.
Fritz Koenig war ein Lehrmeister, der das plasische Gestalten intensiv lehrte, also, sich mit den Händen zu artikulieren. „Sehen, wahrnehmen und verarbeiten”, war sein Bildungsauftrag an seine Studierenden, um körperliches und räumliches Verständnis umzusetzen.
Im Kern ging es Fritz Koenig darum, das Potential in seinen Schülern zu wecken. So wachsen aus Würfeln, Zylindern oder Qudern lebendige Wesen aus dem Boden heraus.
Zum Abschluss der Ausstellung „Fritz Koenig. Lehrer. Bildhauer. Architekt.“ will das Künstlerhaus Ganslberg und der Freundeskreis Fritz Koenig am letzten Ausstellungswochenende, am Samstag und Sonntag, 4. und 5. Juli, dieses plastische Schaffen an Kunstinteressiere vermitteln. Dazu werden Workshops zu Fritz Koenigs Semesteraufgaben an der TUM angeboten.
Im Mittelpunkt des Finalwochenendes stehen begleitende Kunst- und Bildhauerworkshops am Samstag, 4. Juli, jeweils 17 Uhr, sowie am Sonntag, 5. Juli, 15 Uhr für alle Generationen. Inspiriert vom originalen Semesterthema des Wintersemesters 1974/75 „Stehen, Sitzen, Liegen“ arbeiten die Teilnehmenden mit Figur-, Kubus- und Zylinderformen – ganz wie einst Koenigs Studierende. Gestaltet wird mit Materialien aus dem originalen Modellbaufundus des Bildhauers; ausgewählte Originalstücke aus seinem Atelier stehen in begrenzter Anzahl zur Verfügung. Begleitet von erfahrenen Kunstpädagoginnen der Malwida Kunstschule erproben die Teilnehmenden ihr räumliches Vorstellungsvermögen und bauen ihr eigenes Objekt aus Karton und Papier. Vor Ort wählen sie zwischen drei historischen Semesteraufgaben: „Stehen, Sitzen, Liegen“ (WS 1974/75), einem Kartonobjekt aus den Buchstaben des eigenen Namens (WS 1978/79) und einem plastischen Objekt aus den Zahlen des eigenen Geburtsdatums (SS 1980).

Bei den Workshops lässt sich die Arbeitsweise von Fritz Koenig mit praktischem Gestalten erkunden.
Dauer je zwei Stunden, maximal zehn Personen pro Workshop. Teilnahmegebühr: 35 €uro pro Erwachsenem, 10 € pro Kind (Kinder nur in Begleitung einer erwachsenen Person). Anmeldung erforderlich.
Führung „Fritz Koenig: Architekt“
Am Sonntag, 5. Juli, führt um 16 Uhr Markus Stenger, Architekt BDA, über das Anwesen. Stenger verantwortet die denkmalgerechte Sanierung des Ganslbergs und zeigt, wie Koenig sein Anwesen über eine Generation hinweg immer wieder gebaut, umgebaut und erweitert hat – und welche Materialien und Gestaltungselemente für den bauenden Bildhauer charakteristisch sind. Treffpunkt ist jeweils vor der Kugelhalle. Teilnahmegebühr: (vor Ort zu entrichten) 15 € pro Erwachsene:n und 5 € pro Kind. Kinder nur in Begleitung einer erwachsenen Person.
Konzert zum Ausklang: „Il Cantico della Stella Nostra“
Den Schlusspunkt des Wochenendes setzt am Sonntag, 5. Juli, um 18:30 Uhr in der Afrikahalle – im Anschluss an das Ende der Ausstellung – die Uraufführung einer Komposition von Henning Sieverts für Gesangsquartett, Streichquartett und Solo-Kontrabass. „Il Cantico della Stella Nostra“ (Loblied unseres Heimatsterns) ist eine zeitgenössische Neubetrachtung des Heiligen Franziskus von Assisi zu seinem 800. Todestag (3. Oktober 1226). Der international renommierte Bassist, Cellist und Komponist Henning Sieverts liest dessen „Il Cantico di Frate Sole“ (Loblied von Bruder Sonne) aus dem 13. Jahrhundert als Mutmacher in mutlosen Zeiten: Menschen, Tiere, Pflanzen und Planeten seien geschwisterlich verbunden, und die Sonne bleibe – bei aller wachsenden Bedrohung – unser lichtspendender, lebensspendender Heimatstern.

Es musizieren Henning Sieverts (Kontrabass, Komposition), Miriam Fusseder (Sopran), Katharina Guglhör (Mezzosopran), Johannes Ganser (Tenor), Ansgar Theis (Bariton), Viktor Stenhjem und Mana Ohashi (Violine), Alba Gonzalez i Becerra (Viola) sowie Bridget McRae (Violoncello).
Eintritt: 25 € / Kinder 10 € (vor Ort zu entrichten).
Öffnungszeiten und Anmeldungen
Die Ausstellung ist freitags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet; der Eintritt ist frei. Für die Workshops, die Führung und das Konzert ist eine Anmeldung erforderlich:
Weitere Informationen: https://www.fritzkoenigganslberg.de/index.php/projekte/fritz-koenig-als-lehrer

