
Ohne die aktive Umgestaltung der Klinik Vilsbiburg zu einer Fachklinik droht dem Standort an der Vils mittelfristig die unkoordinierte Schließung. - Foto: Sylvia Willax
Vilsbiburg - pm (22.07.2026) Die LA-Regio Klinik Vilsbiburg soll gemäß dem Empfehlungsbeschluss des Verwaltungsrates der LA-Regio Kliniken zur Fachklinik für degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates weiterentwickelt werden. Durch die Spezialisierung des Standortes entsteht im südlichen Landkreis Landshut somit ein fachlicher Leuchtturm, der die Existenz der Klinik und damit auch die Versorgung in der Region langfristig sichert.
Dem Verwaltungsrat und dem Vorstand ist der dauerhafte Erhalt einer leistungsfähigen Notfallversorgung am Standort ein besonderes Anliegen. Sie sehen darin eine wesentliche Voraussetzung für die Sicherstellung einer wohnortnahen und verlässlichen Versorgungsstruktur. Alle Mitarbeitende der Klinik Vilsbiburg werden auf diesem Weg hin zu einer zukunftssicheren Klinik Vilsbiburg langfristig benötigt. Es kommt zu keinen plötzlichen Veränderungen am Standort, ein gesetzlicher Übergangszeitraum bis zum 1.1.2028 erlaubt es den LA-Regio Kliniken, den Prozess strukturiert anzugehen und umzusetzen.
Die Klinik Vilsbiburg soll als Fachklinik für degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates um die bereits seit Jahrzehnten prägenden Elemente des Standortes – Endoprothetik und Wirbelsäulenchirurgie – aufgebaut werden. Das Beispiel der Endoprothetik zeigt eindrücklich, welche Vorteile sich aus diesem Schritt für den Standort ergeben: So werden bereits heute rund 500 Patienten pro Jahr in Vilsbiburg endoprothetisch versorgt.
Veränderung, aber definitiv keine Verschlechterung
Während andernorts die Existenz kleinerer Kliniken gänzlich gefährdet ist, gestalten Alfred Holzner, Landrat des Landkreises Landshut, Dr. Thomas Haslinger, Oberbürgermeister der Stadt Landshut, der Verwaltungsrat der LA-Regio Kliniken und deren Vorstände die Zukunft der Klinik Vilsbiburg aktiv und verhindern somit eine schleichende Verschlechterung der Versorgung. Derzeit wird geprüft, welche Angebote neben den fachlichen Eckpfeilern weiterhin an der Klinik erbracht werden dürfen, schließlich ist es Fachkliniken grundsätzlich auch nach den neuen gesetzlichen Vorgaben der Krankenhausreform erlaubt, weitere Leistungen in Kooperation zu erbringen. Dieses Prinzip soll auch für die Klinik Vilsbiburg als Teil der LA-Regio Kliniken greifen und so fachliche Einschnitte verhindern. Ferner werden auch über die bereits bestehenden und weiter auszubauenden MVZ-Strukturen Kompetenzen vor Ort gesichert. Die Versorgung des Raums Vilsbiburg wird sich entsprechend verändern, aber keinesfalls verschlechtern.
Dies gilt explizit auch für die Notfallversorgung im Versorgungsbereich Vilsbiburg, den rund 60.000 Menschen ihre Heimat nennen. Der Entfall der Notfallversorgung in der Region Vilsbiburg soll durch diesen Schritt verhindert werden. Ein Notfall- und Rettungsdienstkonzept, welches die neue Situation an der Klinik Vilsbiburg mitbetrachtet, befindet sich in Zusammenarbeit mit dem Rettungszweckverband und dem Institut für Notfallmedizin der LMU München in Erarbeitung. Hierin werden sowohl die Möglichkeiten der weiteren Versorgung von Notfällen direkt an der Klinik als auch die Neustrukturierung des Rettungsdienstes in der Region umfassend aufgearbeitet. „Wir arbeiten derzeit alle mit Hochdruck, mit Blick auf jeden betroffenen Bürger und im stetigen Austausch mit der Bürgerinitiative, den Ortsbürgermeistern sowie der regionalen Wirtschaft an tragfähigen Lösungen für die Sicherung der bestmöglichen Versorgung“, wiederholen Alfred Holzner, Landrat des Landkreises Landshut, Dr. Thomas Haslinger, Oberbürgermeister der Stadt Landshut, und die Vorstände der LA-Regio Kliniken, Judith Angerer, André Naumann und Jakob Fuchs ihre Zusage.
„Die Entscheidung ist alternativlos“
Ohne die Weiterentwicklung der Klinik Vilsbiburg zu einer spezialisierten Fachklinik besteht ein erhebliches Risiko, dass zentrale Leistungsbereiche wie die Endoprothetik und die Wirbelsäulenchirurgie künftig aufgrund der Vorgaben der Krankenhausreform und der erforderlichen Struktur- und Qualitätsvoraussetzungen an andere Standorte vergeben werden. Aufgrund des bereits heute deutlich breiteren Leistungsspektrums und der vorhandenen Strukturvoraussetzungen wäre insbesondere der Standort Landshut hierfür prädestiniert. Im ungünstigsten Fall könnten diese Leistungen sogar an Wettbewerber außerhalb des Verbundes der LA-Regio Kliniken gehen.
Damit würde der Klinik Vilsbiburg genau der Leistungsbereich entzogen, der künftig seine medizinische Profilbildung und wirtschaftliche Tragfähigkeit sichern soll. Ein Weiterbetrieb des Standorts in seiner bisherigen Form wäre unter diesen Rahmenbedingungen auf Dauer kaum mehr realistisch. Gleichzeitig entfiele damit auch die Grundlage, am Standort weiterhin eine qualifizierte Akut- und Notfallerstversorgung vorzuhalten und weiterzuentwickeln.
Die Bayerische Krankenhausgesellschaft kommt in ihrer aktuellen Bewertung ausdrücklich zu dem Ergebnis, dass die Spezialisierung des Standorts Vilsbiburg medizinisch sinnvoll, wirtschaftlich tragfähig und mit den Zielen der Krankenhausreform vereinbar ist. Gleichzeitig empfiehlt sie, die Transformation mit einer an das zukünftige Leistungsspektrum angepassten Akut- und Notfallerstversorgung sowie einer Stärkung des Rettungsdienstes und der regionalen Versorgungsstrukturen zu verbinden.
Landrat, Oberbürgermeister und Vorstand betonen: „Die Entscheidung gegen die Fachklinik ist keine Entscheidung für den Erhalt des bisherigen Krankenhauses. Im Gegenteil: Sie gefährdet die Zukunft des gesamten Standorts. Ohne eine wirtschaftlich tragfähige Fachklinik gibt es auf Dauer weder ein Krankenhaus in Vilsbiburg noch die Grundlage für eine Akut- und Notfallversorgung der Bevölkerung.“

