Landkreis Landshut - pm (01.08.2026) Die Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt aufgrund der Gesamtlage und nach sorgfältiger Prüfung aller vorliegenden Informationen die Beantragung einer Fachklinik für Endoprothetik am Krankenhaus Vilsbiburg. Die Zustimmung knüpft die Fraktion jedoch an eine zentrale Bedingung: „Für uns ist klar: Eine Spezialisierung darf nicht zulasten der medizinischen Grund- und Notfallversorgung gehen.
Alle Planungen müssen zusätzlich die bestmögliche Gesundheitsversorgung der Menschen im südlichen Landkreis im Fokus haben“, betont Fraktionsvorsitzen Franziska Schmidt.
Nach Auffassung der Grünen verfügt das Krankenhaus Vilsbiburg mit seinen eingespielten Strukturen und hochmotivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über beste Voraussetzungen, um wichtige Versorgungsangebote langfristig zu sichern. Auch die Zukunft der Geburtshilfe müsse ganz besonders im Blick behalten werden und der Hebammen-geführte Kreissaal muss im Landkreis erhalten bleiben – notfalls zentraler.
Kritisch sehen die Grünen den Umgang des Bayerischen Gesundheitsministeriums mit dem Entscheidungsprozess. Während sich der Freistaat bereits in den letzten Jahrzehnten vor einer nachhaltigen Krankenhausplanung gescheut und die Verantwortung und Arbeit auf die Kommunen abgewälzt habe, seien kurz vor der anstehenden Beschlussfassung wesentliche Fragen noch immer ungeklärt. So fehle eine verlässliche Auskunft darüber, welche medizinischen Leistungen künftig neben einer Fachklinik in Vilsbiburg angeboten werden könnten.
Ebenso bleibe offen, welche Perspektive das Krankenhaus hätte, sollte die beantragte Fachklinik nicht genehmigt werden. Die teilweise widersprüchlichen Informationen sowie der zeitliche Druck erschwerten eine verantwortungsvolle Entscheidung erheblich, so Fraktionsvorsitzende Michaela Feß.
Im Landkreis reagiere man mit der Entscheidung für eine Fachklinik auf die gravierenden Folgen der Gesundheitspolitik im Bund, so Kreisrätin und Bundestagsabgeordnete Marlene Schönberger: "Ich kann nicht nachvollziehen, wie meine Kollege Florian Ossner der Reform der gesetzlichen Krankenkassen trotz der katastrophalen Folgen für die medizinische Versorgung, insbesondere für die Krankenhäuser zustimmen konnte.
Durch das Gesetz sprechen wir bundesweit von 140.000 gefährdeten Arbeitsplätzen im Krankenhausbereich, einer drohenden Insolvenzwelle *und lokal von einer enormen Verschlechterung des Defizits für den Haushalt des Landkreises. “ Dass Defizite und Verantwortung auf die Kommunen geschoben worden seien und ein unkontrolliertes Sterben von Krankenhäusern in Kauf genommen werde, sei verantwortungslos.

