
Nikolaus Höfler, Vorsitzender des BFV (l.) überreichte mit seinen Stellvertretern Stephan Bachl (2. v. r.) und Helmut Niederhauser (4. r.) sowie Landrat Dr. Ronny Raith (2. v. l.) und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich (4. v. l.) die Auszeichnungen an (vorne v. l.) Johann Weber, Christian Stiedl, Florian Ramsl und Michael Groß. - Foto: Lang
Arnbruck - pm (11.05.2026) Wie kann die Gesellschaft in Krisenzeiten reslilient werden? Welche Rolle spielen die Feuerwehren beim Bevölkerungsschutz und wer wäre im Ernstfall für welchen Dienst geeignet? Diese Fragen stellen sich angesichts der sich zuspitzenden internationalen Krisen häufiger – und das auch in Niederbayern, wie bei der Versammlung des Feuerwehrverbandes Niederbayern am Freitag in Arnbruck deutlich wurde.
Sowohl der Landesvorsitzende Hannes Eitzenberger, als auch Robert Maier von der Regierung von Niederbayern gingen darauf ein, was zuvor auch Landrat Dr. Ronny Raith hervorhob: „Wir haben uns in trügerischer Sicherheit gewähnt und nun müssen wir Strukturen beim Katastrophenschutz und der Zivilverteidigung wieder neu aufbauen.“ Hier seien besonders die Erfahrungen von Feuerwehrdienstleistenden gefragt, weshalb etwa bei der Regierung von Niederbayern bereits interne Umfragen stattfanden, um herauszufinden „wer, wo engagiert ist“ und im Ernstfall eine bestimmte Rolle übernehmen könnte. Über diese „Mehrfachverwendung von Dienstleistenden“ soll demnächst auch im Bayerischen Landtag diskutiert werden.
Immer mehr Frauen in niederbayerischen Feuerwehren
Verbandsvorsitzender Nikolaus Höfler hatte auch die aktuellen Zahlen für Niederbayern dabei, wonach es in den 1.013 Freiwilligen Feuerwehren insgesamt 48.317 Aktive (knapp 43.000 Männer und rund 6.000 Frauen) gibt. Gerade bei den Kindern und Jugendlichen steige der Anteil an Frauen erfreulicherweise sehr schnell an: Bei den 461 Kinderfeuerwehren sind fast 3.000 Buben und 2.130 Mädchen.
Über 27.000 mal musste man in 2025 ausrücken, was etwa 75 Einsätzen pro Tag entspricht – vor allem technische Hilfeleistungen (14.500) und Brände (7.100). „Unser Land würde ohne Sie alle nicht funktionieren“, bedankte sich Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich bei den „leuchtenden Vorbildern“ und verwies auf die Bayerische Verfassung, in der der ehrenamtliche Dienst am Nächsten sogar als staatsbürgerliche Pflicht niedergeschrieben ist. Gemeinsam mit der Vorstandschaft des Feuerwehrverbandes Niederbayern überreichte Olaf Heinrich die Ehrenkreuze in Silber und Gold, die für besondere Dienste an diesem Abend verliehen wurden.
Dreimal Silber, einmal Gold
Geehrt wurde mit dem Feuerwehr-Ehrenkreuz BFV in Silber Johann Weber, Ehrenkreisbrandrat des Landkreises Cham für seine Verdienst als Vorsitzender des Vereins „Bayerisches Feuerwehrerholungsheim“. Ebenso ging diese Auszeichnung an Florian Ramsl, der als Referent für die Feuerwehrförderung bei der Versicherungskammer Bayern weit mehr als seine berufliche Pflicht tue. Das Ehrenkreuz in Silber wurde auch an Michael Groß verliehen, der hauptberuflich stellvertretender Leiter des Brand- und Katastrophenschutz der Stadt Straubing ist, sich aber außerdem ehrenamtlich engagiert und ein wichtiger technischer Ansprechpartner im Feuerwehrverband Niederbayern ist. Als besondere Anerkennung wurde das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold an Christian Stiedl überreicht. Er ist seit Jahrzehnten im Landkreis Regen engagiert und hat als stellvertretender Kreisbrandrat viele Einsätze geleitet und dabei seine Führungskompetenz unter Beweis gestellt.

