OB Putz: "Die Landshuter lieben ihre Dulten". - Fotos: W. Götz
Landshut – gw (25.08.2022) So schön und gut besucht die Landshuter Dulten auch sind, läuft es bei der Verkaufsdult nicht wirklich rund. Immer weniger Fieranten kommen mit ihren Ständen. Das Problem ist bekannt und es werden Ideen gesucht, dem entgegen zu steuern. Das war nur ein Thema bei der Schaustellerversammlung in der Widmann Festhalle. Probleme bereiten auch Lieferengpässe, Energiekosten und Personalmangel.
Rund 100 Gäste konnte Host Heppenheimer, Vorsitzender der Bezirksstelle Landshut des Bayrischen Landesverbands der Marktkaufleute und Schausteller (BLV) am Dienstag Vormittag begrüßen. Dabei stellte Heppenheimer klar: „Die Landshuter Dulten sollen Familiendulten bleiben“. Auf die Frühjahrsdult, die erste nach zwei Jahren Pause, blickt er positiv zurück. Der Besuch war bombastisch. Die Frühjahrsdult 2023 wird Dank des Feiertags am 1. Mai, der auf einen Montag fällt, einen Tag länger dauern.

Horst Heppenheimer begrüßt es, dass zum diesjährigen Landshuter Christkindlmarkt die Ringelstecherwiese als neuer Platz probiert wird, um Erfahrungen zu sammeln.
„Die letzten zwei Jahre haben der Branche viel abverlangt“, so Jürgen Wild, Landesgeschäftsführer des BLV. Viele Schaustellerfamilien mussten Rücklagen bzw. die Lebensabendversorgung anzapfen. Die Auszahlung von Coronahilfen erwies sich als sehr schleppend und unverhältnismäßig bürokratisch. Doch der Branche stehen noch weitere harte Zeiten bevor. Bei Schießbuden beispielsweise werden die Kleingewinne knapp, Haribo meldet Lieferschwierigkeiten und gestiegene Energiepreise müssen weitergegeben werden.
Was die Verkaufsdult anbelangt, soll diese unbedingt erhalten werden. Bei einer Besprechung wurden bereits erste Ideen gesammelt, wie Bürgermeister Dr. Thomas Haslinger mitteilte: So können die Öffnungszeiten angeglichen oder lokale Unternehmer als Fieranten gewonnen werden.

Die Dultfamilie bei der Schaustellerversammlung in der Widmann-Festhalle.
Stefan Wimmer, in dessen Zuständigkeit als Leiter des Marktamtes die Organisation der Dulten fällt, bat um Verständnis, dass das Feuerwerk wegen der schlechten Wetterprognosen auf Sonntag verlegt wurde. Letztendlich muss die Verwaltung immer ein Auge auf die Sicherheit haben. Was Preiserhöhungen anbelangt, müssen diese moderat ausfallen, denn auch Durchschnittsverdiener müssen aufs Geld schauen. Was den Christkindlmarkt auf der Ringelstecherwise anbelangt, hofft Wimmer, dass Söder nicht noch umgrätscht und die Veranstaltung – wie vergangenes Jahr geschehen – abgesagt werden muss.
Oberbürgermeister Alexander Putz blickte bei seinem Grußwort auf seinen ersten Dultbesuch zurück. Damals - 1982 - kam der gebürtige Klosterneuburger mit einem Koffer und einer Gitarre nach Landshut. Seine Frau war schwanger. Eines bleibt für ihn seitdem immer gleich: „Die Landshuter lieben ihre Dulten“. Beschicker, Schausteller, Brauereien, Wirte und Verwaltung bilden eine Familie. „Mit diesem Zusammenhalt, werden wir die Herausforderungen der Zukunft meistern“, so Putz, der sich schon auf die Wetterprognosen der nächsten Tage freut, denn Feste, Geselligkeit und auch etwas Berauschung gehören zur Gesellschaft. Besonders freut es ihn, dass die Stadt pro Dult 3.000 Senioren auf die Grieserwiese einlädt.

Zum Abschluss der Schaustellerfamilie konnte Horst Heppenheimer zusammen mit Josef Zinnecker Georg Wild sen., der vergangenes Jahr seinen 80. Geburtstag feierte, mit der Ehrenmitgliedschaft des (BLV) auszeichnen.


