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BDS kritisiert Verschwörungstheorie-Demos: Demonstriert lieber für Fitnesstudios

München - pm (12.05.2020) Angesichts der ausschweifenden Demonstrationen vom vergangenen Wochenende zeigt sich Gabriele Sehorz, Präsidentin des Bund der Selbständigen (BDS) verärgert: Viele Wochen wurden unsere Unternehmerinnen und Unternehmer ihrer Verantwortung für die Gesundheit der Allgemeinheit gerecht. Sie fuhren ihre Betriebe zum Teil bis auf "Null" herunter! Alles, um das Corona-Virus in Schach zu halten, um die Bevölkerung zu schützen.

Die Auswirkungen für viele sind äußerst ernst und in vielen Branchen existenzbedrohend. Als die ersten Lockerungen angekündigt wurden, war er da, der ersehnte Silberstreif am Horizont. Viel Geld wurde in die Hand genommen, um die Auflagen der Hygienekonzepte umzusetzen und hoffnungsvoll wurden die Betriebe wieder aufgeschlossen. Leider gibt es immer noch viel zu viele Betriebe, in denen das Licht immer noch aus ist. Denken wir nur an die Sport- und Fitnessstudios.

Uns kann auch niemand rational nachvollziehbar erklären, warum Mannschaftssport wieder möglich ist, der Gang in eine Sportstätte mit Umfangreichen Hygienekonzept aber immer noch völlig perspektivlos und ausgeschlossen ist. Hier sei nach wie vor die Ansteckungsgefahr zu groß. Bei diesen Betrieben ist die Geduld nun jedoch allmählich überstrapaziert.

Gegen derartige nicht mehr nachvollziehbare Differenzierungen bei Betriebsschließungen und -öffnungen kann man gerne – unter den gebotenen Hygieneauflagen – auf die Straße gehen und demonstrieren. Aber solche Großdemonstrationen, wie wir dies am Wochenende in vielen Städten erleben mussten, sind geradezu ein Hohn für die gebeutelten Unternehmer und deren Hygienekonzepte!

Bis zu 3.000 Menschen haben sich in München versammelt – ohne Maske, ohne Abstand. Ein Unternehmer, der gegen Coronamaßnahmen verstößt – was wir ausdrücklich nicht gutheißen – bekommt die volle Härte der Ordnungsbehörden zu spüren, aber bei Hunderten Verstößen auf einem öffentlichen Platz wären Maßnahmen laut Presseberichten „unverhältnismäßig“ gewesen?

Das ist ein weiterer herber Schlag in die geschundene Magengrube unserer Unternehmen, besonders bei denen, die immer noch nicht wieder starten dürfen! Alle Maßnahmen in dieser Krise müssen den Anspruch haben, stringent und verhältnismäßig zu sein. Das sehen wir hier nicht. Solidarität ist auch keine Einbahnstraße – sie muss gesamtgesellschaftlich gelebt und verstanden werden. Jeder Einzelne ist in der Pflicht, verantwortlich zu handeln!

Viele politische Entscheidungen – gerade zu Beginn der Krise – waren gut. Aber die derzeitigen Entscheidungen sind oftmals nicht mehr nachvollziehbar oder entziehen sich einer rationalen Erklärung, was uns wieder zu den erwähnten Fitnessstudios bringt.

Der Verstoß gegenvorgegebene Beschränkungen wird zum Teil nur inkonsequent oder gar nicht geahndet und die mittlerweile völlig unterschiedlichen Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern, sind nicht mehr mit sachlichen Argumenten begründbar. Oder anders ausgedrückt: Gut gemeint, aber schlecht erklärtund nicht stringent zu Ende gedacht, ist nicht zwingend gut gemacht. Das muss sich jetzt wieder dringend ändern. Jedem muss klar sein, einen erneuten Lockdown werden wir wirtschaftlich nicht verkraften.

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