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Ilztalbahn: Es benötigt mehr, als nur ein 365-Euro-Ticket

Ilztalbahn Hbf. Passau Waldlergleis

Ilztalbahn am Passauer Hbf: Die staufreie Verbindung ohne Parkplatzsuche als nachhaltige Alterna­tive zum überlasteten Straßennetz

Passau - pm (06.05.2019) Mit dem 365-Euro-Ticket in Ballungsräumen ist es nicht getan, so Prof. Dr. Thomas Schempf, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH. Schempf fordert mehr Investi­tionen in die Verkehrsinfrastruktur und eine Ausweitung des Zugverkehrs, unteranderem zwischen Passau, Plattling, Landshut und Regensburg.

Vor dem Hintergrund des jüngsten ÖPNV-Gipfels der Bayerischen Staatsregierung fordert die Ilztal­bahn einen viel breiteren Ansatz zur Lösung der Verkehrsprobleme, um einen wirksamen Bei­trag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. „Mit der auf über 10 Jahre gestreckten Einführung einer günstigen personengebundenen Fahrkarte (365-Euro-Ticket) – und das womöglich nur in Ballungsräumen – ist es doch nicht getan. Wir müssen den flächendeckenden Zugang zu einem attraktiven öffentlichen Personenverkehr für Vielfahrer und für Gelegenheitsnutzer schaffen,“ so Prof. Dr. Thomas Schempf, ehrenamtlicher Geschäftsführer der Ilztalbahn GmbH.

Auf die Tagesordnung der Entscheidungsgremien in Bund und Land gehört ein umfassendes Investi­tionsprogramm in die Eisenbahninfrastruktur, um deren jahrzehntelange Vernachlässigung ausglei­chen zu können. „Wir brauchen ein flächendeckendes Elektrifizierungs- und Engpassbeseitigungspro­gramm“, so Schempf weiter. „Die Deutsche Bahn hat seit 1994 über ein Viertel aller Weichen und Ausweichgleise entfernt, so dass das Bahnnetz heute praktisch keine Kapazitätsausweitung mehr ver­kraften kann.“

Daneben muss nach Auffassung der Ilztalbahn GmbH das Angebot an Zugfahrten auf Hauptstrecken verdichtet werden. Zwischen Passau und Plattling braucht es beispielsweise einen Halbstundentakt mit alternierend nach Landshut und München bzw. Straubing und Regensburg verkehrenden Zügen. Für die großen Stationen führt das zu einer spürbaren Attraktivitätssteigerung und deutlich mehr Fahrgästen. „Fahrpreise sind die eine Seite, attraktive Fahr- und Rückfahrmöglichkeiten allerdings die andere Seite für eine nachhaltige Stärkung des öffentlichen Verkehrs“.

Ferner appelliert die Ilztalbahn an den Freistaat Bayern, die Bestellung touristischer Verkehre auf allen bestehenden Linien anzupacken. „Es kann doch niemandem rational begründet werden, dass Freizeit- und Tourismusfahrten auf bestehenden Bayerntakt-Strecken und mittels Ausflugs­bussen öffentlich finanziert werden, nicht jedoch Zugverkehre auf den weiteren Bahnstrecken mit touristischem Potenzial. Neben der Ilztalbahn (Passau – Freyung) gehören mit der Chiemgauer Lokal­bahn (Bad Endorf – Obing), der Mainschleifenbahn (Würzburg – Volkach) und der Wiesenttalbahn (Ebermannstadt – Behringersmühle) noch mindestens drei weitere Bahnlinien mit ausgeprägtem tou­ristischem Potenzial in diese Kategorie.

Die Ilztalbahn GmbH fordert von den Akteuren im Bund, im Land und in der Region eine umfassende Stärkung der öffentlichen Verkehre auf der Schiene und dort, wo keine Schienen liegen, auf der Straße. Die insgesamt sehr schlechte Klimabilanz des Verkehrssektors macht sofortiges Handeln not­wendig.

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