MdL Toni Schuberl - Foto: Tobias Köhler
Bayern - pm (26.02.2026) Der rechtspolitische Sprecher der Landtags-Grünen, Toni Schuberl, wirft Gesundheitsministerin Judith Gerlach vor, mit falschen Zahlen zur Cannabis-Legalisierung zu arbeiten. Gerlach hatte behauptet, die Zahl der konsumierenden Jugendlichen habe sich auf 12 % verdoppelt – laut der von ihr selbst zitierten Studie ist das falsch. „Die Daten zeigen bei Jugendlichen seit Jahren einen deutlichen Rückgang. Die Entkriminalisierung hat daran nichts geändert“, so Schuberl.
2024 gaben 16,1 % der bayerischen Jugendlichen an, in den letzten Monaten Cannabis konsumiert zu haben – 2019 waren es noch 24,2 %.
Auch beim problematischen Konsum widerspricht Schuberl der Ministerin: Der Anteil liege bei 1,9 % aller befragten Jugendlichen und nicht bei 12 %. Diese Zahl käme aus einem anderen Zusammenhang: Von den Jugendlichen, die Cannabis konsumiert haben, weisen 12 % ein problematisches Konsumverhältnis auf.
Schuberl fordert von der Staatsministerin eine sachliche Debatte zum Thema Cannabis: "Ich habe die schrille Panik der CSU bei diesem Thema leid. Die Auswirkungen der Entkriminalisierung lassen sich noch nicht zuverlässig erkennen. Wir müssen daher die weitere Entwicklung beobachten. Aber dass nach der Reform die Anzahl der Konsumenten explodiert wäre, ist schlichtweg falsch."
Der Grünen-Abgeordnete betont auch, dass Cannabis von Menschen unter 21 Jahren auf keinen Fall konsumiert werden sollte. Dies sei im Gesetz auch entsprechend geregelt. Die sinkenden Konsumzahlen zeigten, dass Präventionsarbeit wirke. Beim problematischen Konsum brauche es jedoch bessere Angebote – insbesondere Suchttherapien für Jugendliche.
Zudem fordert Schuberl von der Ministerin eine Klarstellung zu den Zahlen. Dazu reichte er eine Anfrage ein. Außerdem beantragte die Grünen-Fraktion, dass die Söder-Regierung endlich auch in Bayern Cannabis-Anbauvereine zulassen solle. Der Antrag scheiterte im Gesundheitsausschuss an den Stimmen von CSU und Freien Wählern.

