
Stehend v. l.: Fritz Wittmann, stellvertretender Landrat Landshut, Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Prof. Dr. Jenny Rahel Oesterle-El Nabbout, Universität Regensburg, und Alexander Putz, Oberbürgermeister Landshut. Sitzend v. l.: Gerhard Reichel, Freistaat Bayern (IMBY) sowie die Vorstände der LA-Regio Kliniken André Naumann, Judith Angerer und Jakob Fuchs. - Foto: Daniela Lohmayer
Landshut - pm (30.04.2026) Das Konzept des Medizincampus Niederbayern (MCN) ist so einfach wie genial: Pro Studienjahr erhalten 110 Interessenten die Gelegenheit, die im Rahmen des MCN neu geschaffenen Studienplätze in der Humanmedizin zu belegen und so ihrem Traum von der Tätigkeit als Arzt nachzugehen. Die Universität Regensburg liefert die dafür notwendigen wissenschaftlichen Konzepte und Grundlagen.
Sie beheimatet die Studierenden in den ersten drei Jahren, ehe sich die angehenden Mediziner auf die fünf niederbayerischen Standorte Landshut, Passau, Straubing, Deggendorf und Mainkofen verteilen, um dort ihr Wissen zu vertiefen, zu forschen und erstmals praktisch am Klinikbetrieb teilzunehmen. Nebst der Möglichkeit auf einen Studienplatz profitieren die Studierenden so von unterschiedlichen medizinischen Perspektiven, die teilnehmenden Standorte sichern durch die Ausbildung des eigenen Nachwuchses die regionale Versorgung der Zukunft.
Während sich die ersten beiden Kohorten bereits im Grundstudium an der Universität Regensburg befinden, beginnt in Niederbayern indes die Phase der konkreten Vorbereitung auf die Ära des MCN. Für den Standort Landshut fanden sich deshalb jüngst die Verantwortlichen der LA-Regio Kliniken, der Stadt und des Landkreises Landshut, der Universität Regensburg sowie im Namen der Immobilien Freistaat Bayern (IMBY) Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, am ehemaligen Landratsamt des Landkreises Landshut zusammen, um feierlich die offizielle Unterzeichnung der zugrundeliegenden Mietverträge zu begehen. An der Klinik Landshut-Mitte sowie im ehemaligen Landratsamt am Achdorfer Weg werden somit moderne Lehrräumlichkeiten, Skills-Labs, Forschungs- und Sozialräume entstehen. Studierende und Lehrende profitieren gleichermaßen von kurzen Wegen, kleinen Forschungs- und Lerngruppen und höchstmöglicher wissenschaftlicher Qualität. Am Standort Landshut-Mitte widmen die LA-Regio Kliniken zu diesem Zwecke den neunten und zehnten Stock des Bettenhauses B um, in Landshut-Achdorf werden Teile der nur wenige Meter von der Klinik entfernten Räumlichkeiten des ehemaligen Landratsamtes renoviert und neugestaltet.
„Der Medizincampus Niederbayern bedeutet eine enorme Aufwertung für die Region Landshut, zementiert die Fortentwicklung der Region als attraktiven Lebensmittelpunkt für junge Menschen und sichert die Zukunft der medizinischen Versorgung durch Ausbildung des eigenen medizinischen Nachwuchses“, betonen zwei der zentralen Architekten der mittels der Fusion der LA-Regio Kliniken seit Beginn des Jahres 2026 gemeinschaftlich gedachten medizinischen Versorgung für Stadt und Landkreis Landshut, Alexander Putz, Oberbürgermeister der Stadt Landshut, und Peter Dreier, Landrat des Landkreises Landshut, einhellig. Diesem fortwährenden Vorhaben sicherte Christian Bernreiter, Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, die volle Unterstützung der Staatsregierung zu: „Der Freistaat Bayern trägt mit aller Kraft zur Stärkung der medizinischen Ausbildung in Niederbayern bei. Mit dem Standort Landshut wird ein zentraler Baustein umgesetzt – für wohnortnahe Ausbildung, bessere Versorgung und nachhaltige Impulse für Forschung und Gesundheit in der Region.“
Am Lehrstandort Landshut unterrichten Chef- und Fachärzte der LA-Regio Kliniken künftig unter anderem in den medizinischen Disziplinen der Chirurgie, der Gynäkologie und Geburtshilfe, der Inneren Medizin, der Neurologie, der Anästhesiologie und der Pädiatrie. Auch werden alle Querschnittsfächer wie zum Beispiel die Notfallmedizin im Lehrplan abgebildet. Die außergewöhnliche Expertise der Kinderklinik St. Marien kommt darüber hinaus auch weiteren Studierenden des Medizincampus Niederbayern zugute, deren Studienstandort kein pädiatrisches Portfolio aufweist. Im Umkehrschluss importiert der Lehrstandort Landshut beispielsweise die Fächer der Urologie und Psychiatrie. „Der MCN ist ein Geben und Nehmen zwischen den Standorten, die Umsetzung des Konzeptes zur optimalen Ausbildung der Mediziner von Morgen kann somit nur im Schulterschluss zwischen der Universität Regensburg und den teilnehmenden Versorgern gelingen“, erläuterten Prof. Dr. Jenny Rahel Oesterle-El Nabbout, Vizepräsidentin für Internationalisierung und Diversity der Universität Regensburg, und Jan Kleine, Leiter der Präsidialabteilung der Universität Regensburg, hierzu.
Abseits des erhofften Klebeeffekt für die Studierenden des MCN erhoffen sich alle Verantwortlichen ferner eine allgemeine Verbesserung der Attraktivität Landshuts und Niederbayerns in der medizinischen Versorgung. „Als Vorstand sehen wir in der Campusklinik einen klaren Gewinn: Sie stärkt unser medizinisches Know-how, erhöht die Bewerberqualität und verbessert durch strukturierte Weiterbildung die Bindung von Nachwuchskräften. Gleichzeitig eröffnet sie die Chance, Assistenzärzte frühzeitig zu gewinnen – und damit die Versorgung nachhaltig zu sichern.“, formulieren die Vorstände der LA-Regio Kliniken, dem drittgrößten kommunalen Gesundheitsversorger Bayerns, Judith Angerer, Jakob Fuchs und André Naumann weitere Potentiale, die die Implementierung des Medizincampus Niederbayern in die Region bringen wird. Bereichert wird das Konzept in Landshut zusätzlich von der bereits bestehenden, engen Kooperation mit der HAW Landshut. Studierende des MCN können dabei künftig kostenfrei Angebote wie die hochschuleigenen Bibliotheken und Sportangebote nutzen.
Nachdem die offizielle Unterschrift der zugehörigen Mietverträge erfolgte, beginnen sodann die umfangreichen Umbau- beziehungsweise Renovierungsarbeiten an der Klinik Landshut-Mitte und im ehemaligen Landratsamt Landshut. Die Übergabe der Räumlichkeiten an die Universität Regensburg erfolgt zum 1.1.2027, dem schließt sich die für die Lehre notwendige Innengestaltung sowie die Akquise des notwendigen Personals an. Ab dem 1.10.2027 treten dann 25 Studierende der ersten Kohorte des Medizincampus Niederbayern ihre vier geplanten Semester in Landshut an, wodurch ab dem Wintersemester 2028/29 fortlaufend rund 50 Studierende ihre medizinische Ausbildung in der Dreihelmestadt durchlaufen dürfen.

